Palmitoylethanolamide reduzierte den Schmerz

In seiner Abhandlung bespricht Prof. Keppel Hesselink rund 40 klinische Versuchsreihen und Berichte von etwa
2.000 Patienten. “Die Entdeckung der schmerzreduzierenden Eigenschaften dieses körpereigenen Moleküls ist ein echter Meilenstein in der modernen Schmerzmedizin”, sagt Prof. Keppel Hesselink.

Palmitoylethanolamide reduzierte den Schmerz und die Entzündung in allen Versuchsreihen sowie in einer großen Anzahl pharmakologischer Tierversuche. Dabei traten keinerlei Nebenwirkungen auf, wie es bei herkömmlichen Schmerzmitteln der Fall ist. “Wir hoffen, dass die Erkenntnisse aus den Untersuchungen Ärzten weltweit dabei helfen werden, ihre Methoden in der Schmerztherapie zu reformieren”, so Prof. Keppel Hesselink. Dies sei wichtig, da die klassischen Schmerzmittel allesamt von Nebenwirkungen begleitet würden, die einen bedenkenlosen Einsatz gerade bei älteren Patienten oftmals sehr schwierig machten. Zudem seien sie bei chronischen Schmerzen nur in 30 % der Fälle überhaupt erfolgreich. Palmitoylethanolamide hingegen habe sich laut den neuesten klinischen Daten besonders bei Leisten- und unteren Rückenschmerzen, neuropathischen Schmerzen, Schmerzen nach einer Chemotherapie, bei Gürtelrose oder Arthrose sowie generell bei Nervenschmerzen als sehr effektiv erwiesen, ohne dabei die altbekannten Probleme hervorzurufen.

Bei dem Wirkstoff handelt es sich um ein natürliches Produkt und körpereigenes Molekül, das nicht, wie herkömmliche Mittel, den Schmerz über die Nervenzellen unterdrückt, sondern direkt über die sogenannten Glia- und Mastzellen wirkt. “Das ist ein komplett anderer Ansatz”, so der Molekularpharmakologe. “Wir gehen davon aus, dass er die Behandlung von chronischen Schmerzen revolutionieren wird, weil der Wirkstoff den Schmerz wirkungsvoll bekämpft, ohne dabei die Nervenzellen zu hemmen.”

Seine Erkenntnisse möchte Prof. Keppel Hesselink nun an möglichst viele Interessierte weitergeben. “Damit Ärzte und Patienten davon profitieren können, haben wir uns dazu entschlossen, die Daten in einem Open Access Journal (Open Pain Journal) zu veröffentlichen. Wir erhoffen uns dadurch eine erhöhte Aufmerksamkeit für ein Thema, von dem viele Menschen profitieren können. Der Wirkstoff stellt einen echten Durchbruch in der Schmerztherapie dar.” Prof. Keppel Hesselinks Abhandlung über den Wirkstoff steht unter http://www.benthamscience.com/open/topainj/articles/V0 05/12TOPAINJ.pdf kostenfrei und unbeschränkt zum Herunterladen zur Verfügung.

Management & Krankenhaus, 11. April 2012

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