Palmitoylethanolamid: Die Wissenschaft zu Influenza und grippalem Infekt

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Hintergrund PEA-Grippe

Palmitoylethanolamid (PEA) ist seit 1957 als Nahrungsmittelkomponente bekannt. PEA wurde in Tierzellen durch eine Reihe von Enzymen synthetisiert und metabolisiert und beeinflusst eine Vielzahl mit der Homöostase des Stoffwechsels verbundenen physiologischen Funktionen. Die seit mehr als 50 Jahren durchgeführte Erforschung von PEA und mehr als 350 Arbeiten verweisen auf in PubMed beschriebene physiologische Eigenschaften dieses endogenen Modulators und sein pharmakologisches und therapeutisches Profil.

Der Schwerpunkt der PEA-Forschung liegt seit der Arbeit der Nobelpreisträgerin des Jahres 1993, Levi-Montalcini, auf neuropathischen Schmerzzuständen und mastzell-abhängigen Krankheitsbildern. Es ist aber weniger bekannt, dass im letzten Jahrhundert 6 klinische Studien mit insgesamt fast 4000 Teilnehmern durchgeführt und veröffentlicht wurden, die sich speziell mit PEA als Therapie bei Influenza und dem normalen grippalen Infekt beschäftigten. Das geschah bereits bevor Levi-Montalcini Klarheit schaffte zum PEA- Wirkungsmechanismus, und der Analyse der Rolle von PEA als entzündungshemmendes Mittel.

Klinische Studien in den Bereichen Influenza und grippaler Infekt

Verschiedene klinische Studien bestätigten die Effektivität und die Sicherheit von PEA bei Influenza und grippalem Infekt.

Im Zeitraum 1969–1979 wurden die Ergebnisse von insgesamt 5 Studien bei Erwachsenen und eine Studie bei Kindern veröffentlicht. Hierbei handelte es sich stets um plazcebo-kontrollierte Doppelblindversuche.

Die Arbeit 1974 von Masek et al., beschreibt in den ersten beiden Doppelblindversuchen eine randomisierte Gruppe von insgesamt 1344 gesunden Teilnehmern. Während der Studien gab es insgesamt 40 Abbrecher, d. h. 1304 Teilnehmer absolvierten die Studie vollständig. Zweck dieser beiden Untersuchungen zu den Infektionen der oberen Atemwege war die Evaluierung von Prophylaxe und Behandlungseffizienz eines Produktes, das als aktiven Bestandteil PEA enthielt. Beide Studien endeten im Februar 1973.

Um die Ergebnisse zu verifizieren, wurden 3 weitere Studien bei Soldaten durchgeführt. Soldaten wählte man gerne, weil eine solche Population dicht zusammen wohnt. In den Jahren 1973–1975, wurden diese neuen Studien initiiert und die Ergebnisse 1979 von Kahlich et al. berichtet.

Angesichts der positiven Ergebnisse, dachte man das Fehlen einer 1:1 Randomisierung sei vertretbar und in den letzten beiden Studien entschied man sich für einen Randomisierungsplan, mit der Absicht bei der Mehrheit der Freiwilligen das PEA-Produkt 2 : 1 zu dosieren. Die Autoren verglichen die Inzidenz klinischer Endpunkte und die Titer der Influenzaviren zwischen beiden, der PEA und den Placebo-Gruppen. In allen drei Studien zeigten die Soldaten der PEA-Gruppe signifikant weniger Symptome und bei ihnen wurde weniger häufig Influenza diagnostiziert.

Die Evaluierung der Ergebnisse entsprechend der Morbidität, ungeachtet der Ätiologie, zeigte einen signifikanten Rückgang der akuten Atemwegserkrankungen (ARD) nach der Gabe von PEA. In der Studie von 1973 (901 Freiwillige), wurden 22.7% der ARD-Fälle in der PEA-Gruppe gefunden, im Vergleich zu 34.4% in der Placebo-Gruppe (p ≤ 0.0002) . Die relevanten Werte der Studie von 1974 (610 Freiwillige) waren 19.7% und 40.7% (p ≤ 0.002) und in der Studie von 1975 (353 Freiwillige) 10.6% und 28.8% (p ≤ 0.004).

All diese klinischen Studien wiesen in dieselbe Richtung, nämlich dass PEA deutliche Behandlungseffekte bei Atemwegsinfektionen zeigt, dass es zur Influenza-Prophylaxe eingesetzt werden kann und dass es sicher im Gebrauch ist. Nebeneffekte wurden nicht berichtet und Kahlich et al. konstatierten explizit, dass “No side effects were registered after several years of clinical testing of the PEA product in military and civilian communities.” Kahlich et al. wiesen auch darauf hin, dass die Wirkung von PEA einen deutlichen Vorteil aufwies gegenüber Impfstoffen und antiviralen Stoffen wie beispielsweise Amantadin, der auf einem optimalen Gleichgewicht von Effizienz und Sekundäreffekten von PEA beruhte. Sie konstatierten auch die bequeme Anwendbarkeit von PEA, die die Möglichkeit bietet im Falle einer Influenza-Epidemie rasch Antworten zu erhalten, insbesondere dann, wenn die Empfehlungen der WHO nicht zu den zirkulierenden Stämmen passen.

Eine placebo-kontrollierte Studie mit PEA bei Kindern zwischen 11 und 15 Jahren zur Untersuchung des Auftretens akuter Atemwegsinfektionen, wurde im Januar 1976 vorgestellt (Plesnik). 457 Kinder nahmen teil und wurden in 2 Gruppen unterteilt; 64 Kinder schieden aus. In der PEA-Gruppe nahmen 169 Kinder an der Studie teil, die 300 mg PEA 2 mal täglich in einem Abstand von 6 Stunden erhielten. Die Placebo-Gruppe umfasste 224 Kinder, die 2 Placebo-Tabletten nach derselben Einnahmevorschrift erhielten wie die PEA-Gruppe. Angesichts der kurzen Einnahmedauer von PEA und der Abwesenheit einer Influenza-Epidemie während des Untersuchungszeitraums, ergaben sich keine großen Differenzen zwischen den beiden Gruppen, dementsprechend wurde keine Signifikanz nachweisbar.

Im Zeitraum zwischen 1972 und 1977 nahmen insgesamt 3627 Patienten und Freiwillige an 6 verschiedenen placebo-kontrollierten Doppelblindversuchen teil, von den Teilnehmern erhielten 1937 PEA bis zu 1800 mg/Tag. Relevante Nebeneffekte wurden nicht berichtet und insbesondere die während der Influenza-Periode durchgeführten Tests zeigten einen Behandlungs-, wie auch einen prophylaktischen Effekt.

Endpunkte zwischen PEA und Placebo

Tabelle 1:  Endpunkte zwischen PEA und Placebo
Studie (Jahr) PEA (n) Placebo (n) % Schutz Signifikanz ()
Masek (1972a) 223 221 45% 0.05
Masek (1972b) 436 463 32% 0.0005
Kahlich (1973) 436 465 34% 0.0002
Kahlich (1974) 411 199 52% 0.002
Kahlich (1975) 235 118 59% 0.004
Plesnik (1977) 196 224 16% NS

Konklusion

Angesichts der Ergebnisse von 6 klinischen Studien zur Influenza und zum grippalen Infekt, betrachtet im Kontext einer seriösen Bewertung der Effizienz und Sicherheit von Oseltamivir und Zanamivir, sollte PEA von den Klinikern als eine neue Behandlungsmöglichkeit bei Influenza und Atemwegserkrankungen gesehen werden, entsprechend der dokumentierten Effizienz und wichtiger noch, der absoluten Gutartigkeit seines Wirkungsprofils. Darüber hinaus sind Oseltamivir und Zanamivir bekannt dafür, dass sie Resistenz auslösen; für PEA besteht nur eine äußerst geringe Wahrscheinlichkeit für eine Resistenzreaktion als Folge des Wirkungsmechanismus. Und schließlich bietet die Benutzerfreundlichkeit von PEA die Möglichkeit einer raschen therapeutischen Antwort im Falle einer Influenza-Epidemie, insbesondere in Fällen einer Diskrepanz zwischen den zirkulierenden Stämmen und den Empfehlungen der WHO.

Exzerpte von: Palmitoylethanolamide: A Natural Body-Own Anti-Inflammatory Agent, Effective and Safe against Influenza and Common Cold, by professors Jan M. Keppel Hesselink, and Renger F. Witkamp and Dr Tineke de Boer. Published in: International Journal of Inflammation. Volume 2013 (2013), Article ID 151028, 8 pages. http://dx.doi.org/10.1155/2013/151028

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