KÖRPEREIGENE MITTEL GEGEN EINE VIELZAHL AN SCHMERZEN: Der tonangebenden Natur folgen

Körpereigene und natürliche Mittel gegen eine Vielzahl an Schmerzen

In der vergangenen Ausgabe des Fachblatts für Naturheilkundler [Vakblad voor de Natuurgeneeskundige] veröffentlichte Jan Keppel Hesselink sein Manifest „Het roer moet om“, zu deutsch „Das Ruder herumreißen“, in dem er ein Plädoyer für eine neue innovative Medizin hielt. Mit Hilfe verschiedener einfacher körpereigener und natürlicher Substanzen wurden bereits viele Beschwerden gelindert.

Um diese Informationen auch für Naturheilkundler zugänglich und verfügbar zu machen, hat er gemeinsam mit der Redakteurin Els Smits in den kommenden Ausgaben eine Serie von Artikeln über verschiedene Substanzen und Mittel verfasst, die bei zahlreichen auftretenden Erkrankungen einsetzbar sind. Substanzen, die nachweislich effektiv wirken, natürlich sind und keine nennenswerten Nebenwirkungen aufweisen.

Prof. Dr. Jan Keppel Hesselink fungiert als medizinischer Biologe, Arzt und Pharmakologe. Er hat zum Thema Parkinson-Krankheit promoviert und Untersuchungen im Hinblick auf das Entstehen einer Reihe neurologischer und neuromuskulärer Krankheitsbilder ausgeführt. Nach dem Grundsatz, dass jeder Patient ein Recht auf Schmerzfreiheit ohne Nebenwirkungen hat, beschäftigt er sich seit 2008 gemeinsam mit seinem Kollegen David Kopsky mit der Entwicklung von Mitteln gegen chronische Schmerzen ohne Nebenwirkungen. Zahlreiche pharmakologische Mittel helfen nicht, da die Patienten die Einnahme deshalb beenden, weil unangenehme Nebenwirkungen auftreten. So möchten ältere Menschen gern aktiv am Leben teilnehmen und auch weiterhin Auto fahren, während viele schmerzstillende Mittel mit einem gelben Aufkleber versehen sind. Gute Alternativen sind somit willkommen. Und diese gibt es, nur leider kommen sie nicht aus dem Bereich der pharmazeutischen Großindustrie.

Eine wichtige Inspirationsquelle für Jans Arbeit bildet die Rede „To follow where nature leads“, frei übersetzt

„Der tonangebenden Natur folgen“

Prof. dr. R.Costa: To Follow were Nature leads

Prof. dr. R.Costa: To Follow were Nature leads

Diese Rede wurde im Jahr 1986 vom berühmten Neurologen Professor Erminio Costa gehalten. Dort äußerte Costa große Visionen dahingehend, wie die Natur bei der Entwicklung der Medizin selbst unseren Lehrer bilden kann. Dies beinhaltet, dass wir uns bei der Behandlung von Krankheiten zunächst in das Selbstheilungsvermögen des eigenen Körpers und eine Betrachtung dahingehend vertiefen müssen, welche Kenntnisse wir daraus erzielen können.

Wer in die Natur schaut, schaut auch danach, wie er sich ernähren kann und was in unserer Nahrung alles enthalten ist. Ernährung bedeutet eigentlich Pharmakologie, physische Pharmakologie. Jedes Molekül in unserer Nahrung verfügt über eine pharmakologische und physiologische Wirkung in unserem Leben. Dies ist davon abhängig, wie viel man davon abgibt oder einnimmt.

„… leider kommen sie nicht aus dem Bereich der pharmazeutischen Großindustrie“

Palmitoylethanolamid (PEA), Theanin, Vitamin D3, Alpha-Liponsäure und Acetyl-L-Carnitin

Bei den Substanzen, an denen Jan und David in ihrem Institut für chronische Schmerzbeschwerden arbeiteten, handelt es sich um natürliche und körpereigene Stoffe, wie etwa Palmitoylethanolamid (PEA), Theanin, Vitamin D3, Alpha-Liponsäure und Acetyl-L-Carnitin. All diese Substanzen kommen in der Nahrung vor. Die entsprechende Wirkung schließt an die Heilungsmechanismen an, die bereits im Körper vorhanden sind.

Es gibt gute Beispiele, der tonangebenden Natur zu folgen. Nach und nach geht es um Stoffe, die den Körper in ein besseres Gleichgewicht bringen oder besser gesagt wieder ins Gleichgewicht zurückversetzen. Jede Störung oder Krankheit, die uns trifft, ist im Prinzip eine komplizierte Angelegenheit auf verschiedensten Niveaus.

Menschen mit Fibromylagie weisen zum Beispiel auf so vielen Ebenen messbare Störungen auf, sodass es nicht möglich sein wird, das System mit nur einer einzigen Substanz wieder ins Gleichgewicht zu verbringen. Hierzu sind oftmals mehrere Sichtweisen notwendig. Beispielsweise erfolgt dies durch die Verabreichung verschiedener einander ergänzender Zusätze und gleichzeitig durch Bewegungsinstruktionen und Diätvorschriften. So besteht eine vollständige Palette an Behandlungsmöglichkeiten. Je besser man sich darauf einstellt, umso höher wird die Chance, dass dem Patienten geholfen werden kann.

So kann einem Patienten, der durch ein chronisches Schmerzsyndrom gestresst ist, durch die komplementäre Wirkung von Theanin und PEA geholfen werden: Eine Substanz kümmert sich sozusagen um die Entzündung und den Schmerz und die andere bringt Ruhe und Entspannung ins Leben. Da aus zahlreichen Untersuchungen deutlich geworden ist, dass Schmerzen zu chronischem Stress führen und chronischer Stress gleichzeitig das Schmerzempfinden verstärkt, ist die Wirkung intensiver, wenn beide Substanzen kombiniert werden.

In den nächsten Ausgaben dieses Blattes werden wir verschiedene Substanzen näher unter die Lupe nehmen. Wer als Therapeut nur wenige dieser Mittel gut kennen lernt, erhält die Möglichkeit, sie neben den Möglichkeiten eigener Eingriffe einzusetzen oder zumindest zu empfehlen. Um schon jetzt ein Bild davon zu erhalten, was von unserer Seite geplant wird, möchten wir uns ein wenig hinter die Kulissen schauen lassen: Als erstes werden die Substanzen PEA, Theanin und Vitamin D3 behandelt.

PEA: palmitoylethanolamid

In der Ausgabe 4/2011 des Fachblattes für Naturheilkunde ist bereits ein Artikel über eine Schmerzbekämpfung frei von Nebenwirkungen erschienen, die PEA enthält. Es handelt sich dabei um eine modulierende Substanz, die vom Körper selbst erzeugt wird, um bei Schmerzen und chronischen Entzündungen die natürliche Balance wieder herzustellen. Wo im Artikel des letzten Jahres noch von der Bekämpfung neuropatischer Schmerzen die Rede ist, haben sich die Kenntnisse zu dieser Substanz inzwischen verbessert und es erwies sich, dass PEA in allen Fällen chronischer inklusive arthritischer Schmerzen verwendet werden kann.

Andere Studien ergaben wiederum, dass PEA zur Prophylaxe und zur Behandlung grippaler Infekte und Erkältungen eingesetzt werden kann. Dies ist von großer Bedeutung, da nun aus aktuellen Studien deutlich hervorgegangen ist, dass klassische Anti-Grippe-Mittel – wie etwa Relenza und De Vaccins – weniger wirksam sind, als bisher angenommen. Viele sind gegenwärtig auf der Suche nach einer Alternative, um Grippe und Erkältungen zu vermeiden und zu behandeln.

„Und obwohl unser Körper bei chronischem Stress, Entzündungen und Schmerzen zusätzliches PEA erzeugt, ist dies nicht ausreichend.“

PEA bildet nicht nur ein Molekül, das in unserem Körper selbst gebildet wird, sondern es ist auch in der Nahrung enthalten: Im Eidotter, Erdnüssen, Lecithin, Fleisch und zahlreichen anderen Produkten. Leider sind die entsprechenden Mengen in Nahrungsmitteln für eine sinnvolle pharmakologische Wirkung nicht ausreichend. Und obwohl unserer Körper bei chronischem Stress, Entzündungen und Schmerzen zusätzliches PEA erzeugt, ist dies nicht ausreichend. Indem eine zusätzliche Menge dieses Aktivstoffs ergänzend zugesetzt wird, wird der Körper dabei unterstützt, wieder in Balance zu kommen.

PEA kann als Nahrungsergänzungsmittel käuflich erworben werden. Doch in welcher Form ist ein Einkauf möglich und in welcher Dosierung wird es empfohlen? Für welche Anzeigen kann es eingesetzt werden? Wie viel Zeit nimmt es in Anspruch, bevor sich eine Wirkung einstellt und wie wird der Patient über die Möglichkeiten der Einnahme informiert? Welche Ergänzungsmittel können nebenher eingesetzt werden, um eine therapeutische Synergie aufzubauen? Mehr zu diesen Sachverhalten lesen Sie in einem folgenden Artikel.

Theanin

Jedem Therapeuten stellen sich Menschen vor, die gestresst, depressiv oder ängstlich sind oder auch an Schlafstörungen leiden. Für diesen gesamten Komplex an Beschwerden ist Theanin besonders gut geeignet. Theanin bildet ein beruhigendes und angstlinderndes Mittel, das die Lebensqualität steigert. Es ist Eindruck erweckend, wie viele wissenschaftliche Artikel über die beruhigende Wirkung von Theanin zu finden sind, und dies bis hin zu Kindern mit Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörung.

Theanin ist in Tee enthalten, doch wenn damit eine pharmakologische Wirkung erreicht werden soll, müsste man 20 Tassen Tee pro Tag trinken. Von den Mönchen glaubt man, dass einer der Gründe, nach dem diese so gut meditieren können, damit im Zusammenhang steht, dass sie in großen Mengen Tee trinken.
Die großen Mengen Tee beflügeln den Geist und wirken beruhigend. Bei der Substanz, die diese Wirkungen hervorruft, handelt es sich um die Aminosäure Theanin, die in den Teeblättern sitzt. Wenn Theanin neben einer eigenen Therapie einem ständig gestressten Patienten empfohlen wird, erreicht man eine zusätzliche Wirkung. Dabei kann man sich auf Produkte beziehen, die auf dem Markt erhältlich sind, doch auch hier wird es von Vorteil sein, über die einzelnen Sachverhalte der Wirkung informiert zu sein. Welche Formen bestehen und in welcher Dosierung erfolgt dies? Welche wissenschaftliche Untermauerung ist für diese Empfehlung vorhanden? Auch auf diese Aspekte werden wir weiter eingehen.

Vitamin D3

Im Hinblick auf Vitamin D3 sind für Therapeuten, die auf Naturheilkunde spezialisiert sind, Kenntnisse dahingehend von Bedeutung, nach denen im Prinzip bei jedem Patienten zu jeder Zeit Vitamin B3 empfohlen werden kann oder unter Umständen sogar muss. Dies steht damit im Zusammenhang, dass unsere Haut zu selten einer ausreichenden Menge an Sonnenlicht ausgesetzt ist, um Vitamin D3 zu erzeugen. Wenn bei älteren Menschen, die über Schmerzen klagen, der Vitamin D3-Gehalt gemessen wird, so liegen diese Werte bei fast allen zu niedrig.

Eine Grundfrage bei der Einnahme durch einen neuen Patienten lautet immer, ob Vitamin D3 zugeführt wird. Fällt die Antwort negativ aus, so kann darauf verwiesen werden, dass ein großer Teil der Beschwerden, mit denen man konfrontiert ist, zum Teil auch dadurch gelindert werden kann, indem eine ausreichende Menge Vitamin D3 eingenommen wird. Obwohl die Substanz als Vitamin bezeichnet wird, handelt es sich eigentlich um ein Hormon, das in der Haut gebildet wird und über eine wichtige biologische Wirkung auf verschiedene Organsysteme verfügt.

Zu denken wäre beispielsweise an die Krebsvorsorge. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass Vitamin D3 bei der Reduzierung von Grimmdarmkrebs effektiv wirkt und bei chronischen Schmerzen über eine schmerzstillende Wirkung verfügt. Kenntnisse dahingehend, was in welcher Form den Patienten in der Praxis empfohlen werden kann, sind Kenntnisse, mit denen wir einen weiteren Beitrag zur heutigen Medizin leisten können.

Auf eine Untersuchung basierend

PEA: Wissenschaft in Bewegung

PEA: Wissenschaft in Bewegung

Schon mit den notwendigen Kenntnissen zu den drei genannten Substanzen kann für die Patienten vieles erreicht werden. Die notwendigen Kenntnisse wurden nicht nur aus Veröffentlichungen erzielt, die in den nächsten Ausgaben des Fachblatts veröffentlicht werden.

Insgesamt wurde dies in wissenschaftlichen Untersuchungen und den darüber in internationalen Blättern veröffentlichten Artikeln eingehend untermauert. Für alle, die daran interessiert sind, wird die zugrunde liegende Literatur in einer Dropbox zugänglich gemacht, in der für alle Substanzen entsprechend relevante Literatur zu finden ist. Diese Dropbox bildet ein hervorragendes und kostenloses System (ein sogenanntes Cloud), das über das Internet verfügbar ist. Somit besteht die Möglichkeit, eine umfangreiche Sammlung an Literatur zu verwalten und zu jeder Zeit an jedem beliebigen Ort in der Welt Artikel aufzurufen und zu lesen. Auch während des Urlaubs wird es möglich sein, sich im Strandkorb mit tiefgehenden Artikeln über Theanin zu beschäftigen und sich davon fesseln zu lassen. Dies bedeutet zugleich, dass dann, wenn ein Arzt oder Patient die Frage nach der Untermauerung eines Hinweises einbringt, zu jeder Zeit auf die zugrunde liegende Literatur zurückgegriffen werden kann.

Dies geht mit enormen Vorteilen einher und man kann verdeutlichen, dass die Behandlung auf der Grundlage wissenschaftlich erzeugter und akzeptierter Daten steht. Niemand wird dann mehr den Einwand einbringen können, dass alles vage und undeutlich ist.

Als Experiment hat Jan über LinkedIn eine Dropbox auf dem Gebiet der Pharmakologie aufgebaut. Bereits innerhalb eines Monats haben sich zahlreiche pharmakologische Experten weltweit zur Nutzung dieser Artikel angemeldet. Die Dropbox bildet ein einzigartiges Instrument, das für uns als Naturheilkundler mit einem erheblichen Vorsprung einhergehen kann.

„…Substanzen, die den Körper in ein besseres Gleichgewicht bringen…“

Welche Inhalte werden die kommenden Ausgaben bieten?

Für jedes zu behandelnde Mittel wird in den kommenden Ausgaben ein deutlich erkennbares Substanzprofil abgegeben. Sachverhalte, die dabei behandelt werden, bilden eine Erklärung zum Wirkstoff, zu dessen Wirkungsweise im Körper, Angaben dahingehend, bei welchen Krankheitsbildern und Symptomen das Mittel eingesetzt werden kann, eine Untermauerung des Fehlens nennenswerter Nebenwirkungen, die Form der Anwendung und Dosierung des Mittels und die Formen, in denen es erhältlich ist. Mit Hilfe der Kasuistik illustrieren wir zudem die Wirkung jedes einzelnen Mittels.

Wenn man als Therapeut, der auf Naturheilkunde spezialisiert ist, sichere Kenntnisse dahingehend besitzt, dass ein bestimmtes Mittel eine bestimmte Therapie unterstützt, nicht schädlich ist und nicht mit Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln oder Mitteln einhergeht, die als Ergänzungsmittel verwendet werden, dann steht es jedem frei, eine Verwendung zu empfehlen. Es handelt sich in jedem Fall um frei erhältliche Nahrungsergänzungsmittel. Indem die eigene Therapie aus einem anderen Blickwinkel verbreitet wird, haben wir die Möglichkeit, ein höheres Niveau zu erreichen. So können wir unseren Beitrag zu einer innovativen Gesundheitsvorsorge leisten, mit der dem Patienten echt geholfen ist.

Zu einer einheitlichen Terminologie wurde jeweils das Wort „Patient“ verwendet. Diese Bezeichnung muss sowohl mit „Patient“ als auch mit „Kunde“ interpretiert werden.

Fachblatt für Naturheilkunde 01, Januar/Februar 2013

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