Borreliose: eine bakterielle Infektionskrankheit

Borreliose: eine bakterielle Infektionskrankheit

Borreliose, auch Lyme-Borreliose genannt, ist hinsichtlich ihrer Diagnostizierbarkeit eine relativ neue Krankheit: Sie wurde in den 70er Jahren im Ort Lyme im US-Bundesstaat Connecticut erstmals beobachtet. Ihr Erreger, Borrelia burgdorferi, erhielt seinen Namen vom Schweizer Bakteriologen Willy Burgdorfer, der das Bakterium 1981 in den USA entdeckte und beschrieb. Die Krankheit wird durch Zecken (Ixodes ricinus) übertragen.

Borrelia burgdorferi ist mit dem Syphilis-Erreger Treponema pallidum eng verwandt. Wie diesesbreiten sich Borrelien nach der Infektion über den Blutkreislauf im gesamten Organismus aus. Sie können jedes Organ befallen, ferner Nervensystem, Gelenke und Bindegewebe, was der Borreliose die Bezeichnung „multisystemische Krankheit“ eingebracht hat. Nicht nur der Mensch, auch alle anderen Säugetiere und Vögel können von Borrelien infiziert werden.

Dennoch ist kein Grund zur Panik angesagt, auch wenn die Krankheit von den Medien häufig dramatisiert wird, vor allem in den Endemiegebieten, in denen der Durchseuchungsgrad der Zecken sehr hoch ist. Ganz so schnell infiziert man sich eben doch nicht. Nicht jede Infektion führt zur Erkrankung und viele Borreliosen heilen auch ohne Therapie folgenlos aus.

In Norddeutschland beträgt die Durchseuchung der Zecken mit Borrelia burgdorferi etwa 6 bis 10 %, während sie im süd- und mitteldeutschen Raum bei 20 bis 30 %, in einzelnen Regionen bei 50 % liegt. Nach Einschätzung des Robert-Koch-Instituts führt nur einer von dreihundert Zeckenbissen zur Borreliose. Und nur einer von zehn Betroffenen, die von einer infizierten Zecke gebissen werden, erkrankt auch daran. Zecken benötigen für dieÜbertragung der Borrelien auf den Menschen zwischen 6 und 48 Stunden. Je früher das Tier – am besten mit einer speziellen Zeckenpinzette – entfernt wird, desto geringer ist das Risiko, an Borreliose zu erkranken, selbst wenn die Zecke infiziert war.

Borreliose wird nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragen. Die betroffenen Patienten sind für andere nicht ansteckend, auch nicht über sexuelle Übertragungswege. Wenn jedoch eine schwangere Frau an Borreliose erkrankt, kann die Infektion zu einer Totgeburt führen oder das ungeborene Kind schädigen.

Quelle

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