Chronischen Schmerzen und Depression

IMG_0272Chronischen Schmerzen und Depressionen, sind auf Stoffwechselstörungen der Nerven, im Rückenmarks und im Hirn zurückzuführen. Die chronischen Schmerzsignale führen zu einer Art von chronischer Entzündung, im sogenannten Gliagewebe. Die Folge davon: Der Schmerz bleibt chronisch und es kommen depressive Gefühle hinzu. Jetzt gibt es dafür eine Erklärung und eine mögliche Lösung.

Viele Patienten mit chronischen Schmerzen leiden unter erheblichem Unmut, fühlen sie sich chronisch deprimiert, unruhig, gereizt und angespannt. An und für sich ganz logisch. Nun wurde durch einen Amerikanischen Universitäts-Professor und sein Forscherteam herausgefunden, wie das auf der Ebene der Nerven und des Gehirns zusammenhängt. Außerdem fanden die Forscher heraus, dass das natürliche Schmerzmittel Palmitoylethanolamid (PEA) nicht nur die chronischen Schmerzen reduzieren konnte, sondern auch die damit einhergehenden negativen Stimmungen verbesserte. [1]

Patienten mit chronischen Schmerzen bemerken bei einer Behandlung mit PEA oft innerhalb weniger Tage bis Wochen, dass sie sich in ihrer Haut wohler fühlen. Sie können mehr tun und sind weniger gereizt. Jetzt verstehen wir auch auf einer biologischen Ebene, warum das so ist. Das ein und das andere wird auf der folgenden Tabelle zusammengefasst. Man sieht, wie die Schädigung eines Nervs, beispielsweise nach einem Bruch, Diabetes oder einem Unfall eine Anzahl von Änderungen des Stoffwechsels im Gehirnen zur Folge hat.

Die positive und aufbauende Wirkung der Ergänzung Palmitoylethanolamid wird in den Grafiken in diesem Schema gezeigt.

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Palmitoylethanolamid gegen chronische Schmerzen und Depressionen

Störungen von biologischen Faktoren bei chronischen Schmerzen und Depression

Die Gruppe von Professor di Marzo untersuchte eine Vielzahl von biologischen Faktoren im Gehirn, die für die Aufrechterhaltung der chronischen Schmerzen verantwortlich sind und eine Anzahl von Faktoren, die bei Depression und Verstimmung wichtig sind.

Es stellte sich heraus, dass sowohl chronische Schmerzen als auch Gefühle von Depression durch eine Reihe von Stoffwechselstörungen aufrecht erhalten bleiben und dass der Körper dies durch Erhöhung der Produktion des entzündungshemmenden und zellschützenden Stoffes  Palmitoylethanolamid zu korrigieren versucht. Dass PEA dabei eine Rolle spielt,  hatten andere Forscher auch festgestellt.

Es wurde festgestellt, dass Antidepressiva wie Imipramin und Tianeptin Escitalopram den Level von PEA im Gehirn erhöhen können. [2] Diese Arten von Antidepressiva haben jedoch sehr viele Nebenwirkungen, sodass depressive Patienten nach einer Weile mit der Einnahme stoppen müssen. Viel sicherer und einfacher ist es daher direkt das natürliche Mittel PEA einzusetzen. Dies wird nun durch die Arbeit von Di Marzo untermauert! Wie in verschiedenen Modellen zu Depression herausgefunden wurde, hat PEA in der Tat antidepressive Wirkung. Die Wirkung scheint sogar stärker zu sein, als die von Fluoxetin, wie sich bei weiteren Untersuchungen [3]herausstellte.

Di Marzo und seine Kollegen verabreichten auch zusätzlich PEA und es zeigte sich, dass dadurch die selbstregulierende, schmerzlindernde und antidepressive Wirkung zusätzlich gestärkt wurde. Sowohl die Stoffwechselstörungen im Gehirn, als auch der Schmerz und die Symptome der Depression nahmen nach der Einnahme von PEA signifikant ab.

Die Schlussfolgerung dazu:

“… our findings may provide novel insights into neuropathic pain processes and indicate PEA as a new pharmacological tool to treat neuropathic pain and the related negative affective states.”

“… Unsere Ergebnisse könnten neue Einblicke in Neuropathische Schmerzprozesse geben und weisen auf PEA hin als ein neues Pharmakologisches Werkzeug, um neuropathische Schmerzen und die damit verbundenen negativen Gefühlszustände zu behandeln.”

Referenzen

[1] Guida F1, Luongo L1, Marmo F2, Romano R1, Iannotta M1, Napolitano F3, Belardo C1, Marabese I1, D’Aniello A4, De Gregorio D1, Rossi F5, Piscitelli F6, Lattanzi R7, de Bartolomeis A2, Usiello A3, Di Marzo V6, de Novellis V1, Maione S8. |Palmitoylethanolamide reduces pain-related behaviors and restores glutamatergic synapses homeostasis in the medial prefrontal cortex of neuropathic mice. | Mol Brain. | 2015 Aug 12;8(1):47. doi: 10.1186/s13041-015-0139-5.

[2] Smaga I1, Bystrowska B, Gawli?ski D, Pomierny B, Stankowicz P, Filip M. | Antidepressants and changes in concentration of endocannabinoids and N-acylethanolamines in rat brain structures. | Neurotox Res. | 2014 Aug;26(2):190-206. doi: 10.1007/s12640-014-9465-0. Epub 2014 Mar 21.

[3] Yu HL, Deng XQ, Li YJ, Li YC, Quan ZS, Sun XY. | N-palmitoylethanolamide, an endocannabinoid, exhibits antidepressant effects in the forced swim test and the tail suspension test in mice. | Pharmacol Rep. | 2011 May-Jun;63(3):834-9.

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